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Was ist ein Usability-Test?

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Usability test

Ein Usability-Test ist in dem UXQB Curriculum wie folgt definiert:

„Eine Usability-Evaluierung, bei der repräsentative Benutzer bestimmte Aufgaben mit dem interaktiven System durchführen, damit Usability-Probleme identifiziert und analysiert werden können oder die Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung gemessen werden können.“

 Wie läuft ein Usability-Test ab?

Ein Usability-Test besteht aus drei Phasen. Als erstes kommt die Planung und dazu gehört das Schreiben des Usability-Testplans, das Schreiben des Usability-Testskripts und die Rekrutierung von passenden Usability-Testteilnehmer. Als zweites kommt die Durchführung der Usability-Testsitzungen und in der letzten Phase werden die Usability-Befunde kommuniziert und der Usability-Testbericht geschrieben.

Wieso werden Usability-Tests durchgeführt?

Usability-Tests werden hauptsächlich aus den folgenden Gründen durchgeführt, um abzuschätzen, ob die Nutzungsanforderungen erfüllt wurden, um Usability-Probleme aufzudecken, damit sie korrigiert werden können oder um den Interessenvertretern in überzeugender Weise zu zeigen, dass ihr interaktives System ernsthafte Usability-Probleme aufweist, die gefunden und behoben werden können.

Doch Usability-Tests sind in einer Hinsicht einzigartig, denn sie zeigen was repräsentative Benutzer mit dem interaktiven System erreichen können. Genau deswegen sind Usability-Tests wichtig für die Produktentwicklung. Das Unternehmen ist vom interaktiven System begeistert, aber es wird der Blick von außen benötigt. Am besten von der Zielgruppe, für die das interaktive System entwickelt wurde. Somit kann schlussendlich sichergestellt werden, dass der Nutzer das interaktive System einwandfrei und intuitiv verwenden kann.

Wann kann ein Usability-Test durchgeführt werden?

Ein Usability-Test kann jederzeit während des Prozesses der menschzentrierten Gestaltung stattfinden, von der frühen Analyse bis zur Auslieferung des interaktiven Systems, oder sogar noch danach. Ein Usability-Test kann gleichermaßen einen Prototyp in Form von Papierzeichnungen zum Gegenstand haben, oder aber das zu entwickelnde oder fertiggestellte interaktive System.

 

Quelle: UQXB Curriculum CPUX-UT 2020, https://www.phmu.de/blog/warum-usability-testing-wertvoll-ist-und-wie-es-funktioniert/

Vanessa Wägner

Trainer

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Usability Evaluation - Die Methoden im Überblick

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digital user research cpuxf

Du wolltest schon immer wissen was es für verschiedene Methoden in der Usability Evaluation gibt? Dann gebe ich dir hier einen kleinen Überblick.

Was ist eine Usability-Evaluierung?

Das ist ein Prozess, der Informationen über die Usability eines interaktiven Systems sammelt, um das interaktive System zu verbessern (formative Usability-Evaluierung) oder um die Leistung oder den Wert des interaktiven Systems zu bewerten (summative Usability-Evaluierung).

Zu den Usability-Evaluierungen gehören:

  • Usability-Test
  • Benutzerbefragung
  • Usability-Inspektion

Die Usability-Evaluierung lässt sich hierbei in zwei Kategorien unterteilen, Benutzerzentriert und Inspektionsbasiert.

Benutzerzentriert

Zu den Benutzerzentrierten Methoden gehören der Usability-Test und die Benutzerbefragung. Hier gehe ich noch etwas näher auf den Usability-Test ein. Denn dieser kann in drei Formen durchgeführt werden.

Zuerst die unmoderierte Form. Dieser Usability-Test kann von dem Benutzer ohne Moderator durchgeführt werden. Daher wird auch empfohlen diese Variante zuerst durchzuführen. Durch die Unabhängigkeit des Benutzers und die Einsparung des Moderators, ist es eine preiswerte und schnelle Art an Ergebnisse zu kommen. Genauso gut ist, dass die gestellten Aufgaben besser und präziser sind, da kein Moderator vor Ort ist, der es erklären kann.

Die zweite Form ist der Remote Test. Dieser kann ganz einfach über eine Internetverbindung wie zum Beispiel Zoom oder telefonisch stattfinden. Hier ist es sehr praktisch, dass beide Parteien nicht am gleichen Ort sein müssen. Gerade in Corona Zeiten hat sich diese Variante für sehr gut befunden, da überhaupt keine Infektionsgefahr bestand. Natürlich ist diese Variante etwas teurer als die unmoderierte, da ein Moderator vorhanden ist.

Zu guter Letzt, die dritte Form, den Test in Präsenz durchführen. Diese Variante ist sehr teuer, da ein Moderator vor Ort sein muss, ein Usability-Labor zu Verfügungen stehen muss und die vielen anderen Kosten der Beschaffenheiten. Genau aus diesem Grund, wird diese Variante nur wenn besondere Bedingungen herrschen, durchgeführt.

Inspektionsbasiert

Cognitive Walkthrough

Bei einem Cognitive Walkthrough (kognitiver Durchgang) evaluiert ein Usability-Experte das interaktive Systems aus Nutzersicht, indem er sich in die Rolle eines Nutzers versetzt. Dabei führt er konkrete Aufgaben mit dem interaktiven System durch und prüft dabei die Erfüllung der Usability-Kriterien aus der Sicht einer Persona. Diese Art von Evaluierung wird auch Persona-basierte Usability-Inspektion bezeichnet.

Heuristische Evaluation

Eine Heuristische Evaluierung ist eine Usability-Inspektionsmethode, bei der Evaluatoren ein interaktives System mit einer Liste von Heuristiken vergleichen und feststellen an welchen Stellen, das interaktive System diese nicht befolgt.

Wenn ihr mehr über die Heuristiken erfahren wollt, schaut euch gerne unsere Artikel „Heuristiken und Interaktionsprinzipien - Ein Vergleich“ und „Die 10 Heuristiken nach Norman Nielsen“ an.

Expertenreview/Review

Die Expertenbasierte Evaluation ist eine Kombination aus dem Cognitive Walkthrough und der Heuristischen Evaluation. Die beiden Methoden habe ich bereits oben erklärt. Doch wann wird das Expertenreview eingesetzt? Sie kann in der Konzeptphase bereits mit den ersten Scribbles oder Wireframes angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist, während der Umsetzung des interaktiven Systems bzw. kurz vor dem Launch des interaktiven Systems. Sozusagen eine Qualitätskontrolle, bevor das interaktive System wirklich veröffentlicht wird. Die letzte Möglichkeit ist, dass das interaktive System bereits in Betrieb genommen wurde und durch die Expertenreview Schwachstellen festgestellt werden konnte, um diese bei einem Relaunch direkt mitzubeheben.

 

Quelle: UQXB Curriculum CPUX-F 2020, UQXB Curriculum CPUX-UT 2020

 

Vanessa Wägner

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Nutzungskontextanalyse vs. User Research - Was ist was?

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digital ux strategy2

Nutzungskontextanalyse und User Research, was ist da der Unterschied? Das haben sich doch bestimmt einige von euch gefragt, denn wenn man mal User Research wörtlich übersetzt mit „Nutzungsforschung“ dann klingt beides doch ziemlich ähnlich. Aber keine Sorge ich werde euch erklären was der Unterschied ist!

Was ist Nutzungskontextanalyse?

Die Definition aus dem CPUX-UR Curriculum lautet:

„Nutzungskontextanalyse ist der »Prozess der Planung, Erhebung und Dokumentation authentischer Nutzungskontextinformationen, der Identifikation darin enthaltener Erfordernisse und der Spezifikation hieraus resultierender Nutzungsanforderungen«.“

Hierbei reicht es nicht aus, Benutzer zu beobachten und/oder zu interviewen und daraus dann direkt Lösungen abzuleiten. Gesammelte Nutzungskontexinformationen sind immer subjektiv, d.h., sie stammen von einer Person, die interviewt oder beobachtet wurde.

Außerdem können wir bei der Nutzungskontextanalyse zwischen einer klassischen und modellbasierten unterscheiden.

Bei der klassischen Nutzungskontextanalye wird systematisch ohne Annahmen über den Nutzungskontext zunächst alle Nutzungskontextinformationen erhoben und erst dann Erfordernisse und ableitbare Nutzungsanforderungen ermittelt.

Bei der modellbasierten Nutzungskontextanalyse wird auf Basis bekannter Nutzungskontextinformationen, vorliegender Aufgabenmodelle, bereits bekannter Nutzungsanforderungen, Nutzungsszenarien und/oder vorhandener Prototypen offene Fragen über den Nutzungskontext gesammelt, mit deren Hilfe dann gezielt in kontextuellen Interviews und/oder Beobachtungen empirische Informationen über den Nutzungskontext eingeholt und die bekannten Daten im Projekt komplettiert bzw. auch korrigiert werden.

Was ist User Research?

Die User Research umfasst alle Aktivitäten während der Analyse, des Designs und der Usability- Evaluierung interaktiver Systeme, bei denen Informationen über Nutzungskontext, Wünsche, Vorlieben und Abneigungen sowie Nutzungsprobleme bei der Nutzung von interaktiven Systemen in Zusammenarbeit mit Benutzern ermittelt und anschließend die darin enthaltenen Erfordernisse identifiziert und Nutzungsanforderungen abgeleitet werden.

Im Großen und Ganzen lässt sich sagen die Nutzungskontextanalyse bis zur Herleitung von Nutzungsanforderungen ist zentraler Bestandteil von User Research.

 

Quelle: UXQB Curriculum CPUX-UR 2016

 

Vanessa Wägner

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Nutzungskontext, User Research, User, Kontext

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Heuristiken und Interaktionsprinzipien - Ein Vergleich

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In unseren Kursen werden wir oft gefragt, ob es einen Unterschied zwischen den 7 Interaktionsprinzipien in der ISO 9241-110 und den 10 Nielsen-Heuristiken gibt. Viele unserer Teilnehmer kennen die Nielsen-Heuristiken und sind auf den ersten Blick ziemlich zurückhaltend, wenn es um die 7 Interaktionsprinzipien geht und wenn sie an die Menge der Inhalte denken, die sie im Kurs verdauen müssen. In den CPUX-F-Kursen werden beide Kriteriensets bis zu einem gewissen Grad erklärt, allerdings nicht sehr detailliert. Es wird lediglich auf einer sehr hohen Ebene erklärt, was sie gemeinsam haben.
 
Einige der Teilnehmer haben bereits von der Nielsen-Heuristik gehört und sie in ihren Projekten verwendet, um ein schnelles Feedback zu erhalten, ob ihr Design den Anforderungen der Benutzer an die Benutzerfreundlichkeit entspricht. Über das Konzept der Benutzerfreundlichkeit sprechen wir in einem anderen Artikel, da es bei der digitalen Transformation eine wichtige Rolle spielt.
 
Nur ein kleiner Teil der Teilnehmer hat von den Interaktionsprinzipien gehört. Einige hörten von den Dialoque-Prinzipien. Der häufigste Kommentar zu den Dialoque-Prinzipien ist, dass sie in „Normsprache“ geschrieben sind, was auch stimmt. Deshalb hat die Redaktionsgruppe die Prinzipien 2018 neu gestaltet und in „Interaktionsprinzipien“ umbenannt. Die Absicht war, die Prinzipien besser verständlich zu machen und psychologische Aspekte aus dem persuasiven Design (BJ Fogg) einzubeziehen.
 
Wir werden also die neueste Version der Interaktionsprinzipien aus der ISO 9241-110:2018 verwenden und sie mit den 10 Heuristiken des Usability-Engineering-Pioniers Jakob Nielsen vergleichen.
 
Ja, es gibt sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zwischen den 7 Interaktionsprinzipien der ISO 9241-110 und den 10 Usability-Heuristiken von Jakob Nielsen bei der Gestaltung interaktiver Systeme. Im Folgenden finden Sie einen Vergleich zwischen beiden:
 

1. Unterschiede

 

 Aspekt 

   ISO 9241-110

  Nielsens 10 Usability Heuristiken

Umfang

 

Konzentriert sich auf übergeordnete Prinzipien des Interaktionsdesigns und der Interaktion zwischen Mensch und System 

Konzentriert sich auf praktische Usability-Heuristiken zur Bewertung von Schnittstellen

 Ursprung

 Internationale Norm (ISO) für die Ergonomie der Mensch-System-Interaktion

Entwickelt aus Usability-Tests und Praktiken der Schnittstellengestaltung 

Anwendung    

Angewandt in breiteren Kontexten der Mensch-System-Interaktion, einschließlich Hardware und Software

 
Hauptsächlich angewandt beim UI/UX-Design für digitale Schnittstellen
 

 Flexibilität

Allgemeinere Richtlinien, anpassbar an verschiedene Technologien und Interaktionsstile

Eher spezifisch für die Bewertung grafischer Benutzeroberflächen

 Aufbau

 7 Grundsätze, die jeweils einen grundlegenden Aspekt der Gestaltung interaktiver Systeme abdecken

10 Heuristiken, detaillierter für die Bewertung von Fragen der Benutzerfreundlichkeit

 
 

 2. Gemeinsame Aspekte

 
Sowohl ISO 9241-110 als auch Nielsens Heuristiken haben grundlegende Prinzipien für die Gestaltung interaktiver Systeme gemeinsam:
 

Gemeinsames Prinzip

 ISO 9241-110:2018

Nielsens 10 Usability-Heuristiken

Benutzerkontrolle und Flexibilität

 Kontrollierbarkeit

 Benutzerkontrolle und Freiheit

Fehlervermeidung und -behandlung

 Verwendung von Fehlerrobustheit

Fehlervermeidung & Unterstützung der Benutzer bei der Fehlerbehebung 

Feedback & Sichtbarkeit

 Selbstbeschreibungsfähigkeit 

Sichtbarkeit des Systemstatus 

Konsistenz & Vorhersagbarkeit

 Konformität mit den Erwartungen der Benutzer

 Konsistenz und Standards

Effizienz & Unterstützung

Eignung für die Aufgaben des Benutzers & Erlernbarkeit 

Wiedererkennbarkeit statt Abrufbarkeit

Anleitung & Unterstützung

 Erlernbarkeit 

 Hilfe und Dokumentation

Konversationelle Dialoge

 Benutzerbindung

  na

 
 

3. Key Takeaways

  • ISO 9241-110 ist breiter angelegt und umfasst Grundsätze für die Gestaltung interaktiver Systeme im Allgemeinen (nicht nur UI), einschließlich Anpassungsfähigkeit und Fehlertoleranz.
  • Die Heuristik von Nielsen konzentriert sich speziell auf die Bewertung der Benutzerfreundlichkeit, insbesondere für grafische Benutzeroberflächen (GUI).
  • Sie überschneiden sich in wichtigen Usability-Aspekten wie Benutzerkontrolle, Feedback, Fehlervermeidung und Konsistenz, unterscheiden sich aber in Umfang und Anwendung.
  • Seit der Überarbeitung der ISO 9241-110:2018 umfassen die Interaktionsprinzipien auch psychologische Aspekte, die Heuristiken decken dies nicht ab.

 

Achim Schlaugies

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Usability, UX, Basics, Interaktionsdesign

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ISO 9241 & IEC 62366 ... viele Normen ... pardon?

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IEC 62366 Usability Engineering für Medizinprodukte und ihre Beziehung zu ISO 9241-210 Human-Centered Design

Die Gebrauchstauglichkeit ist ein kritischer Faktor bei der Entwicklung von Medizinprodukten, da sie sich direkt auf die Leistung des Anwenders, die Patientensicherheit und die Gesamteffektivität auswirkt. Die Norm IEC 62366 legt einen Usability-Engineering-Prozess für Medizinprodukte fest, der sicherstellt, dass diese mit Blick auf den Benutzer entwickelt werden, um nutzungsbedingte Risiken zu minimieren. Die Norm ISO 9241-210 definiert die Prinzipien des Human-Centered Design (HCD), die einen breiteren Rahmen für Usability-Überlegungen auch über Medizinprodukte hinaus bieten. Eine dritte sehr wichtige Komponente ist die Norm ISO 9241-11, in der die Benutzerfreundlichkeit definiert ist.

Diese Normen haben gemeinsame Prinzipien, und ihre Integration stärkt das Usability-Engineering, indem sie das Risikomanagement mit Usability- und User-Experience (UX)-Design-Methoden in Einklang bringt.

Dieser Artikel untersucht die Beziehung zwischen IEC 62366, ISO 9241-210 und ISO 9241-11 und konzentriert sich dabei auf Usability-Evaluierungsmethoden, insbesondere Usability-Tests, kognitive Walkthroughs sowie formative und summative Evaluierungen.


IEC 62366-1 / -2: Gebrauchstauglichkeitstechnik für Medizinprodukte

Überblick über die IEC 62366
IEC 62366 bietet einen strukturierten Ansatz für die Gebrauchstauglichkeit von Medizinprodukten, um sicherzustellen, dass sie für die vorgesehenen Benutzer sicher und effektiv sind. Die Hauptziele dieser Norm sind:
- Minimierung von anwendungsbezogenen Risiken, die zu Schäden führen können.
- Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit als Teil des Risikomanagements in Übereinstimmung mit ISO 14971 (Risikomanagement für Medizinprodukte).
- Verbesserung der Effektivität von Produkten durch eine einfachere Anwendung.

Hauptbestandteile der IEC 62366

IEC 62366 definiert einen Usability-Engineering-Prozess, der Folgendes umfasst:
1. Benutzerforschung - Durchführung von kontextbezogenen Befragungen und Fokusgruppen.
2. Analyse - Identifizierung von Sicherheitsmerkmalen, Identifizierung von Gefahren, Beschreibung und Kategorisierung von gefährdungsbezogenen Nutzungsszenarien.
3. Design - Erstellung eines Evaluierungsplans und einer Spezifikation der Benutzeroberfläche, Implementierung, Durchführung von formativen Evaluierungen und Iteration.
4. Summative Evaluationen - Summative Usability-Evaluationen einschließlich Usability-Test, wenn das Produkt kurz vor der Fertigstellung und Freigabe steht.

ISO 9241-210: Human-Centered Design (HCD)-Grundsätze

ISO 9241-210 bietet einen Rahmen für die Gestaltung interaktiver Systeme, bei denen die Bedürfnisse der Benutzer und die Benutzerfreundlichkeit während des gesamten Entwicklungszyklus im Vordergrund stehen. Die Norm fördert einen iterativen Designprozess, der Folgendes umfasst:
1. Nutzungskontext - Analysieren und spezifizieren Sie den Nutzungskontext gemäß dem in ISO 9241-11 dargestellten Modell
2. Spezifizierung der Benutzerbedürfnisse und Benutzeranforderungen - Verstehen, was der Benutzer braucht, um eine Entscheidung zu treffen.
2. Entwerfen von Lösungen auf der Grundlage von Benutzeranforderungen - Entwerfen von Designs, Erstellen von Prototypen und Verfeinern des Designs.
3. Iterative Evaluierung der Entwürfe - Verwendung von Bewertungen der Benutzerfreundlichkeit zur Verfeinerung des Systems, bis alle Anforderungen erfüllt sind.

Schlüsselprinzipien des Human-Centered Design

- Das Design basiert auf einem gründlichen Verständnis des Nutzungskontextes.
- Einbeziehung der Benutzer während der gesamten Entwicklung.
- Iterativer Entwurf und Bewertung.
- Konzentration auf die gesamte Benutzererfahrung.
- Risikominderung durch Benutzertests und -bewertung.
- Interdisziplinäre Kenntnisse und Perspektiven sind im Designteam vertreten.


Überblick über die ISO 9241-11 - Konzept der Gebrauchstauglichkeit


- Nutzungskontext - Benutzer, Ziel, Aufgabe, Umgebung, Ressourcen
- Ergebnis der Nutzung - Ergebnisse in Bezug auf die Gebrauchstauglichkeit und andere Ergebnisse
- Ergebnisse in Bezug auf die Gebrauchstauglichkeit - Effektivität, Effizienz, Zufriedenheit
- Andere Ergebnisse - Benutzererfahrung, Vermeidung von Schäden, Zugänglichkeit

Wie IEC 62366 und ISO 9241-210 miteinander verbunden sind


Beide Normen betonen die Gebrauchstauglichkeit, die Risikominderung und die iterative Evaluierung, wodurch sie sich bei der Entwicklung von Medizinprodukten ergänzen. Die IEC 62366 übernimmt die Prinzipien der menschenzentrierten Gestaltung aus der ISO 9241-210, insbesondere in folgenden Punkten
1. Anwenderbedürfnisse und Anwendungsszenarien
- Die IEC 62366 verlangt die Definition der vorgesehenen Benutzer, Umgebungen und Szenarien, um potenzielle Gefahren zu identifizieren.
- ISO 9241-210 bietet Methoden zum Verständnis der Benutzerbedürfnisse durch Beobachtungen, Interviews und Aufgabenanalyse.
2. Iterative Bewertung der Benutzerfreundlichkeit
- Die IEC 62366 schreibt formative und summative Evaluierungen vor, um die sichere und effektive Nutzung zu verifizieren.
- ISO 9241-210 schreibt iterative Gebrauchstauglichkeitstests vor, um Entwürfe auf der Grundlage von Benutzerfeedback zu verfeinern.
3. Risikomanagement und Benutzerfreundlichkeit
- IEC 62366 integriert die Gebrauchstauglichkeit mit dem Risikomanagement (angelehnt an ISO 14971).
- ISO 9241-210 konzentriert sich auf die Vermeidung von Benutzerfehlern durch menschenzentrierte Designstrategien.

Durch die Kombination dieser drei Normen können Hersteller von Medizinprodukten sicherstellen, dass ihre Produkte sowohl sicher (IEC 62366) als auch benutzerfreundlich (ISO 9241-210 ISO 9241-11) sind.

Die Rolle der Gebrauchstauglichkeitsbewertung bei der Entwicklung von Medizinprodukten

Die Bewertung der Gebrauchstauglichkeit ist sowohl in der IEC 62366 als auch in der ISO 9241-210 von zentraler Bedeutung. Ziel ist es, sicherzustellen, dass das Medizinprodukt die Anwender bei der effizienten und sicheren Ausführung ihrer Aufgaben unterstützt. Die beiden wichtigsten Usability-Evaluationsmethoden, die im Usability Engineering eingesetzt werden, sind Usability-Tests und kognitive Walkthroughs, die sowohl formative als auch summative Evaluationen unterstützen.


Schlussfolgerung


IEC 62366 und ISO 9241-210 sind eng miteinander verbunden, da beide den Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit, menschzentriertes Design und iterative Evaluation legen. Während sich die IEC 62366 speziell mit der Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit von Medizinprodukten befasst, bietet die ISO 9241-210 umfassendere, auf den Menschen ausgerichtete Designprinzipien, die die Best Practices der Gebrauchstauglichkeitstechnik verstärken.

Die Bewertung der Gebrauchstauglichkeit spielt in beiden Normen eine entscheidende Rolle, um sicherzustellen, dass Medizinprodukte:
- Einfach zu benutzen sind.
- die mit menschlichem Versagen verbundenen Risiken minimiert werden.
- eine sichere und effektive Benutzererfahrung bieten.

Durch die Integration von Gebrauchstauglichkeitstests, kognitiven Durchläufen und formativen sowie summativen Bewertungen können Hersteller von Medizinprodukten die Benutzerzufriedenheit erhöhen und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Dieser Artikel gibt nur eine kurze Einführung in das Thema. In wenigen Tagen beginnt eine Veranstaltung, bei der Sie alle oben genannten Methoden und Konzepte und noch mehr lernen und üben können :-)

Zugehöriger Kurs: Usability Engineer Medizinprodukte IEC 62366 CPUX-F ENGLISCH am Nachmittag UA3090

Achim Schlaugies

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